Automatisierung des digitalen Publizierens

      Automatisierung des digitalen Publizierens

      Durch den Einsatz von Digitaltechnologie ist es mittlerweile jedermann möglich, in kleinem wie in großem Stil zu publizieren, sei es rein digital oder auch physisch. Allerdings bereitet die Aufbereitung des zu publizierenden Werkes ab und an noch so manche Schwierigkeiten oder verschwendet unnötig kostbare Zeit, was durch teil- oder vollautomatisierte Verarbeitungsprozesse eingespart werden könnte. Ohne Weiteres wäre es nämlich technisch möglich, aus dem rohen Text eines Autors, sofern der Text semantisch und nicht optisch formatiert wurde, E-Book und Druckvorlage zu erzeugen, sodass in Zukunft zwischen dem Upload eines Manuskripts und dem Download auf den E-Reader oder die Lieferung des gedruckten Buches an die Haustür höchstens noch die Auswahl eines Layouts eine Rolle spielen würde. Gleichzeitig soll dies aber nicht nur für Online-Dienstleister möglich sein, sondern für jeden Nutzer auch individuell auf dem heimischen Computer. In großen Verlagen sind automatisierte Aufbereitungsabläufe längst gang und gäbe, während Selbstverleger oftmals noch im digitalen Äquivalent des Handsatz-Verfahrens arbeiten. Darum soll unter freier Lizenz eine Ansammlung von miteinander flexibel kombinierbaren Werkzeugen entwickelt werden, welche beliebig an eigene Bedürfnisse angepasst und ohne künstliche Beschränkungen frei genutzt werden können.

      Schon seit längerem programmiere ich für eines meiner Projekte solche Tools und arbeite nebenbei auch an der Generalisierung der entwickelten Methoden, damit auch andere Eingangsformate aufbereitet werden können. Zunächst habe ich einen kleinen, primitiven EPUB2-Erzeuger gebastelt, welcher XHTML-Dateien als Eingabe entgegennimmt. Theoretisch könnte man nun z.B. in OpenOffice/LibreOffice einen Text schreiben sowie semantisch auszeichnen, um mit diesem Tool namens html2epub1 dann automatisch ein EPUB2 daraus generieren zu lassen. Weil die Einrichtung einer solchen Verarbeitungsumgebung aber für die meisten technisch weniger versierten Anwender zu schwierig sein dürfte, habe ich jetzt eine Reihe von kleinen GUI-Helpern geschrieben, mit denen die Konfigurationsdatei von html2epub1 per grafischer Oberfläche auch manuell vorgenommen werden kann. Siehe eine erste Demo zum Konzept:


      Automatisierung des digitalen Publizierens – demonstriert anhand der EPUB2-Erzeugung

      Daran können nun mit der Zeit die automatische PDF-Erzeugung, ODT (OpenOffice-/LibreOffice-Dokumente) als Eingangsformat, vorgefertigte Layouts für EPUB und PDF, beliebig konfigurierbare Layouts für EPUB und PDF, EPUB-Validierung, Buchprojekt-Verwaltung, Workflow-Konfiguration sowie alle möglichen anderen Erweiterungen angeschlossen werden.

      Wer sich die Umgebung zur Erzeugung eines EPUB2s aus XHTML-Dateien mal einrichten will, der darf sich gerne bei mir melden, wobei ich gegenwärtig noch kein Komplett-Paket zum Download bereitstellen kann, ein paar Dinge noch von Hand angepasst werden müssen und auch nicht alle Features, die man sich möglicherweise wünschen könnte, unbedingt schon jetzt unterstützt werden.

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      Und nun gibt es auch einen direkten Download für die Software:

      skreutzer.de/digitales_publizieren/index.html

      Je nach installierter JavaVM entweder den Download 1.6 oder 1.7 nehmen, je nach Betriebssystemumgebung entweder GNU (unixoide Betriebssysteme) oder Windows. Nach Entpacken des Zip-Archivs finden sich in den Unterordnern run.sh- bzw. run.bat-Dateien, die für gewöhnlich per Doppelklick zur Ausführung gebracht werden können. Bei Fragen, Problemen oder Anregungen einfach hier melden.

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      Und jetzt wird auch OpenOffice/LibreOffice via Dokumentvorlagen („Templates“) als Front-End unterstützt, womit die automatische Aufbereitung eines einzelnen Quelldokuments in die unterstützten Zielformate HTML, EPUB und PDF nun dank vordefinierter semantischer Auszeichnungsstile auch technisch weniger versierten Nutzern möglich gemacht wird:


      Automatische Erzeugung von HTML, EPUB und PDF aus einem OpenOffice-/LibreOffice-Dokument
      Nicht allein erlaubt die Version 52 der vorbereiteten Pakete nur die Verwendung der Software direkt nach dem Download/Setup ohne weitere manuelle Konfiguration, nein, sondern es ist mir auch gelungen, die Tools online auf einem handelsüblichen vServer über ein wenig zusätzliche Web-Programmierung anzusprechen. Erste kleine Demo der odt2html1-Konvertierung:

      www.publishing-systems.org

      Auf dieser Grundlage können nun also größere integrierte (Online)-Systeme geschaffen werden, die dank der freien Lizenzierung jeder auf Wunsch auch selbst aufsetzen kann, sei es lokal oder im Netz (letzteres wohl eher als Service-Angebot).

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